Buch und Regie:............ Eberhard Fechner
Kamera:...........................Karsten H. Müller
Ton:.................................Henner Reichel
Schnitt:............................Brigitte Kirsche
Regieassistenz:................Jannet Gefken
Redaktion:........................Helga Poche
Produktion:.......................Eberhard Fechner



La Paloma
Seemannsgeschichten erzählt von:

Herbert Stephan, Kapitän; Erich Goering, Schiffsingenieur; Otto v. Essen, Kapitän;
Paul Rauch, Schiffskoch; Leonhard Daubenmerkel, Kapitän; Paul Frackowiak, Segelmacher;
Arnold Fürst, Obersteward; Emil Memmen, Kapitän; Heinrich Bick, Schiffsingenieur;
Walter Wolff, Schiffszimmermann; Dr.Karl Helbig, Heizer und Geograph.

Elf alte Männer erinnern sich an ihre Seemannszeit. Vier davon waren zuletzt Kapitäne; andere Berufe, wie Schiffsingenieur, Schiffskoch, Segelmacher, Schiffszimmermann und Heizer kommen hinzu. Alle wurden sie um die Jahrhundertwende geboren, das Leben auf See haben sie hinter sich. Eingangs hört man eins der populärsten Lieder der deutschen Seefahrer: "La Paloma".
Die Erzählungen der elf Seeleute, zu denen im 2. Teil auch Erinnerungen der Seemannsfrauen hinzukommen, fügen sich zu einer großen Chronik des 20. Jahrhunderts; dabei haben die Berichterstatter den unschätzbaren Vorteil, ihr Heimatland auch von außen gesehen zu haben.

Die Erzählungen blenden zunächst zurück in die Jahre des Kaiserreichs, als die künftigen Seeleute noch zur Schule gingen. Sie erinnern sich an den befohlenen Jubel, an den Hurra-Patriotismus, der schließlich im I. Weltkrieg und im folgenden Zusammenbruch des alten deutschen Reichs endete. Dann die Lehrjahre, die erste Zeit auf See, meistens gegen den Willen der Eltern durchgesetzt: Sie arbeiteten als Schiffsjungen (Moses) oder Tellerwäscher in einer Zeit, in der noch die großen Segelschiffe die Ozeane überquerten und die Reisen Jahre dauern konnten. Sie erzählen von ihren ersten großen Fahrten, von Stürmen und Landgängen, aber auch von der Inflation in Deutschland, die fast über Nacht das verdienteGeld entwertete. Die Arbeit an Bord wird beschrieben, die gefährliche Tätigkeit in den Masten der Segler und die Quälerei in den Heizungsbunkern der Dampfer.

Auch von ihrem Privatleben berichten sie, von Heirat und Familie. Dann die Jahre des Nationalsozialismus, als die einstigen Schiffsjungen schon in der Hierarchie aufgestiegen waren, doch ohne Parteibuch der NSDAP an Bord keine Karriere machen konnten. Die Kriegserlebnisse folgen, dann das vorübergehende Ende der deutschen Seefahrt nach 1945 und schließlich wieder der Neubeginn. Und dann das Finale von elf bewegten Leben: der Ruhestand. Gleichzeitig reflektieren die Männer auch über die Entwicklung der Seefahrt, über die Container-Schiffe, die letztlich das Ende aller Traditionen bedeuten.